Corona

Digitalisierung Dank Corona?
Es klingt wie Spot, aber der Virus bringt uns auch Vorteile.

Homeoffice? No WAY!
“Chef, wäre es möglich, daß ich von Zuhause arbeite?” Das Echo kennen wir. “NO WAY!”

Vorreiter Agenturen
Kreativagentur nahmen in unserer Volkswirtschaft immer schon eine besondere Position ein. Lange Arbeitszeiten, Wochenendarbeit, lässige Kleidung und ein cooles Image prägen seit ehr das Bild der Werbebranche. Dazu gehört auch die Forderung nach maximaler Flexibilität der Mitarbeiter an die Arbeitszeit und den Einsatzort. Klar sitzt man oft beim Kunden, mal im Kreativstudio oder am Heimarbeitsplatz. Digitale Konferenzen mit TeamViewer oder Skype sind ebenfalls an der Tagesordnung.

Konservativer Mittelstand
Wenn es nicht gerade um Agenturbusiness handelt, so zeigen sich Deutsche Mittelständler alles andere als geistig flexible und innovativ. Wie bitte soll das denn gehen? Von Hause arbeiten, so ganz ohne Kontrolle über die geleistete Arbeitszeit. Und überhaupt, wenn das alle fordern. Wo kämen wir da hin?

In Konzernen gibt es dieses Arbeitsmodell der flexiblen Arbeit schon etwas länger. Jedoch auch hier nur recht vereinzelt. Obwohl betriebswirtschaftliche Kennzahlen ganz klar die Vorzüge des Heimarbeitsplatzes unterstreichen, tun sich die meisten Unternehmen doch schwer. Was für Vertriebsorganisationen zu funktionieren scheint, ist noch lange nicht auf alle Unternehmensbereiche anwendbar. Klar, der Sales ist sowieso meist unterwegs beim Kunden oder tingelt zwischen Büro, Homeoffice und Kunde hin und her. Aber wie bitte soll das bei den Bereichen Buchhaltung, Controlling, Personal, Arbeitsvorbereitung, Einkauf oder Marketing funktionieren?  Hier mangelt es an Technik ebenso wie an neuen Prozessen.

Gleicher als Gleich?
In Diskussionen mit der Geschäftsleitung oder dem mittleren Management wird -wenn es eben nicht zur Firmenphilosophie passt – gerne auf das Gleichheitsprinzip verwiesen. Natürlich  findet man es seitens der Führungsriege gut, wenn Mitarbeiter flexibel einsatzbar sind. Aber die Gleichbehandlung von Kollegen sei dann ja nicht mehr gewährleistet. Denn die Kollegen aus Planung, Produktion, Produktentwicklung, Logistik oder der Qualitätskontrolle können ja nicht von Zuhause arbeiten. Dann gäbe es Diskussionen mit Betriebsräten und Gewerkschaften. Das können und wolle man sich nicht leisten.

Digitalisierung nur nachrangig
Selbstverständlich wissen viele Betriebe um die Wichtigkeit der Digitalisierung. Aber die  wenigsten erkennen das enorme Einsparpotential und die Wettbewerbsvorteile, die sich aus der Abkehr vom analogen Prozessen ergeben. Selbst wenn sie es denn tun, so stellt die Umstellung für die meisten doch eine unüberwindbare  finanzielle Barriere dar. Anschaffung von Notebooks, Umrüstung von Netzwerken, und erst recht die Prüfung und Anpassung von Geschäftsprozessen sind eine Herausforderung. Selbst wenn liquide Mittel verfügbar sind, so haben Führungskräfte doch großen Respekt vor betrieblichen Veränderungen.

  • Was kostet uns das?
  • Wer soll die Abläufe prüfen?
  • Wie lange soll das denn dauern?
  • Und wie können wir die tägliche Arbeit während einer solchen Umstellung sicherstellen?
  • Müssen da nicht auch neue Arbeitsverträge oder Betriebsvereinbarungen geschlossen werden?
Vor dem Hintergrund finanzielle Investitionen und (komplexen) betrieblichen Veränderungen scheuen viele Arbeitgeber bisher diese Entwicklung. Nur vereinzelt und zögerlich kommt die Modernisierung ins Rollen.

Hoppla, jetzt wird’s plötzlich eng
Im Frühjahr 2020 klopf nun ein neuer Virus an unsere Türen. Privat wie beruflich werden wir zum Umdenken gezwungen. Nicht immer leicht, aber doch notwenig passen wir Sunden neuen Umständen na. Nicht langsam, sondern fast schon hektisch werden neuen Konzepte entwickelt und umgesetzt. Abstandsreglungen, Beschränkungen der Personenzahlen, Infektionsmittel, Schutzmechanismen und mehrschichtige Arbeitszeitregelungen gehören von nun an zum Alltag. Corona hat uns im Griff. Privat wie geschäftlich werden wir zu Verhaltensänderungen gezwungen. Nicht leicht, aber machbar.

Und wie aus dem Nichts, rudern nun auch alle Bedenkenträger und Konservative Branchen aktionistisch zurück. Klar, alle Mitarbeiter können und sollen HomeOffice machen. Dient es ja dem Schutz der Belegschaft, der Kunden und der Aufrechterhaltung des Betriebs. Allen voran Banken, Versicherungen und gar Staatsbetriebe sind über Nacht in der Lage, ihre bisherige Trägheit über Bord zu werfen und sich von ihrer flexiblen Seite zu zeigen.

Fazit:
Seit Jahren hat Deutschland den Anschluß an die digitale Kommunikation verpasst. Flächendeckendes Internet, Breitband-Internetanschlüsse (Glasfaser) und 5G werden versprochen, aber nur schleppend realisiert. Das Bild der schulen ist noch viel trauriger. Fehlende technische Ausstattung, geistiger Starrsinn der Politik, mangelndes Know-how Lehrkörper im Umgang mit Teamviewer, Microsoft Teams, Skype oder Zoom sind Margen ebenfalls zu einem schlechten Abschneiden im internationalen Vergleich bei. Im internationalen Ranking bilden wir – und das als eine der stärksten Volkswirtschaften weltweit – das dunkle Schlußlicht. 

Es ist schade, daß es immer erst eines besonderen Ereignisses bedarf, verkrustete und unflexible Strukturen aufzubrechen. Mal sind es Naturkatastrophen, globale Erderwärmung  oder eben ein Virus wie Corona, der uns zum Umdenken und Einlenken zwingt.

Bleibt nur zu hoffen, daß wir alle aus den vergangenen Monaten unsere Lehren ziehen und uns zukünftig schneller auf sich ändernde Bedingungen einstellen können.

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